von EA Sports geht es nicht weniger Hart zur Sache. Auch sonst ist in dem neuen Teil der Serie alles auf die Hartplastikscheibe abgestimmt. Wir haben den Helm und die Handschuhe enger geschnallt und das Spiel auf gebrochene Rippen und Bandenchecks getestet.
Will hier jemand Eis ?
Technisch sollte man zum Vorgänger keine Neuerfindung erwarten, denn leider hat sich kaum etwas geändert, oder doch? Die Spielfiguren sehen durchaus schon mal gut aus (kommen dem Fotorealismus schon sehr nahe). Die Stadien und die sich darin befindenden Zuschauer und Atmosphären sind sehr gut umgesetzt und sorgen für ein Gänsehaut-Feeling. Die Kommentatoren machen ihren Job gut, aber leider werden zu oft die gleichen Sätze gesprochen oder sie passen nicht zu der gerade ausgeführten Aktion. Die Grafik wurde überarbeitet, die Steuerung verfeinert und so langsam enttarnen sich doch mehr und mehr viele kleine Verbesserungen, z.B. Gegenspieler stellen Pass- und Schussweg besser zu, usw. usw .usw. Die Manndeckung ist intensiver geworden und die Puckphysik wurde auch noch verstärkt. Doch die Zuschauer reißen wirklich optisch und akustisch jeden von der Ersatzbank: Sie stehen auf, buhen das gegnerische Team aus, schlagen gegen die Spielerbande und runden das Ganze bestens ab.
Auf die Fresse...
Bevor man auf das geliebte Eis hinaus darf, muss man aber erst den Tutorial bewältigen, denn dieser erklärt einem die Neuerungen in der Steuerung. Nach dem vierten Neustart des Tutorials, haben wir endlich die Handschuhe ausgezogen und siehe da, die neue 360-Grad-Steuerung und das Pass-System gehen auf einmal sehr gut von der Hand. Mit dem linken Stick bewegt ihr den Spieler, der rechte Stick bestimmt die Schlagkraft und die Fluglinie des Pucks. Durch kurzes nach vorne Drücken des Sticks, folgt ein schneller Schuss. Um einen festen Schuss auszuüben, müsst ihr den rechten Stick nach hinten ziehen und dann nach vorne führen. Das Tribbeln und Checken wird von dem rechten Bumper befehligt. Neu dazugekommen ist die Möglichkeit, den Gegner an die Bande zu pinnen, um dort den Kampf um den Puck weiterzuführen.
Dieses Feature wurde mit einer 2-Tasten-Belegung schön geklärt, doch Vorsicht sei geboten, denn diese Aktion kann auch schnell zu einem Handgemenge ausarten, wenn man seinen Gegenspieler zu doll reizt oder bedrängt. Diese Auseinandersetzungen werden dann in der Ego-Perspektive ausgetragen und enden meistens mit einem nicht schönem Ende. Man kann den Kampf aber auch aus dem Weg gehen und einfach abbrechen. Die Steuerung verlangt sogar Fans der Serie am Anfang einiges ab, aber mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl wird man ihrer schnell mächtig.
Hast´n Sackschutz???
Wie Spielt man Sportspiele? Klar, online oder mit bis zu vier Buddy’s auf dem heimischen Sofa. Geht aber auch beides, leider jedoch nicht bei uns, denn in voller Hockeymontur fanden nur 2 Personen auf unserer Couch Platz. Man kann online bei seiner Lieblingsliga mitmischen oder mit mehreren Online-Usern ein Match bestreiten, bei dem man vorher eine feste Position eingestellt hat. Der Be-A-Pro-Modus ist auch wie in Fifa 10 wieder mit von der Partie, sowie Einzelspieler und Mannschaftstuniere. Es kann dann auch schon mal passieren, dass man wie bei „Be-A-Pro“ auf der Ersatzbank sitzt und sich ärgern muss, was die eigenen Mitspieler für einen Mist verzapfen. Toll fanden wir auch den verbesserten Be-A-GM-Modus ehm. Franchise-Modus, bei dem man als Trainer und Manager sein Team durch die Saisons begleitet. Sogar der Playoff-Modus aus NHL 08 feiert sein Comeback und sorgte bei den Fans der Serie für ein lautes Aufschreien.
Fazit :
EA Sports hat es auch im Jahre 2009 geschafft, den sehr guten Titel aus dem Vorjahr zu übertreffen. Auch wenn man bei der Steuerung doch etwas Übung benötigt, um ein Spiel tadellos zu meistern, ist EA Sports eine perfekte Eishockeysimulation gelungen. Man sollte Fan der Serie sein, um die volle Leistung auf dem Spielfeld zu erzielen. Einfach mal ein schnelles Spiel zwischen Freunden, wovon einer oder beide noch nie einen NHL Titel gespielt haben, könnte sehr schwierig werden und eher für Unmut sorgen. Es gibt aber auch schöne Dinge, beispielsweise verpasst die 360-Grad-Steuerung dem Ganzen das gewisse Etwas und setzt Maßstäbe in Sachen Spielerdbewegung. Dann kommen ja noch die Zuschauer, die uns besonders gut gefallen haben. Bloß weg von verwaschenen, robotorartigen Pappkameraden aus den andern Spielen. Der Playoff-Modus aus NHL 08 ist wieder mit am Start, sowie die vielen kleinen Neuerrungen die erst nach längerem Spielen auffallen. Pflichtkauf für alle Eishockeyfans.