Mass Effect 2

Mass Effect 2
Mass Effect 2
Plattform:
  • XBox 360
  • PC
Publisher:
Bioware, Electronic Arts GmbH
Genre:
Rollenspiel
USK:
Ab 16 Jahren
Spieler:
Hüseyin Sevim
Release:
28.01.2010

Bioware, ein Entwickler der im Rollenspielgenre nicht mehr wegzudenken ist. Mass Effect 2, ein Titel der eben diese Rollenspielherzen rasen lässt. Teil eins war ein riesiger Erfolg, der aber auch schwächen aufgezeigt hat. Bioware hat aber besserung geschworen und sich die Tipps der Community zur Brust genommen. Ob uns der Nachfolger nun genauso begeistern kann und ob Mass Effect 2 wirklich eine "2" im Namen verdient hat und nicht doch besser als DLC hätte erscheinen sollen, dass verraten wir euch.

Film, Film, hurra … !

 

Was einem nach dem kauf sofort auffällt, sind natürlich die zwei DVDs in der Hülle. Nanu, muss ich immer wieder hin und her wechseln im Spiel ? Nein, nicht ganz. Die erste Spiel DVD enthält das komplette Spiel mit den Hauptmissionen und auf DVD zwei befinden sich die ganzen Zusatz- bzw. Nebenmissionen die man z.B. dafür brauch um die Crew zu komplettieren. Das heißt ihr könnt, solange ihr euch nur an die Hauptmissionen haltet, in ruhe mit einer DVD spielen ohne nerviges wechseln.Gesagt getan hat man dies dann auch endlich mal gemacht, kann es endlich losgehen. Schon bei der Charaktererstellung geht es los. Hat man Mass Effect den ersten Teil schon gespielt, so kann man den quasi, „alten“ Shepherd aus eurem ersten Teil mit in den zweiten Teil importieren, ist dies nicht der Fall, muss man natürlich einen neuen Shepherd erstellen. Da hat man, wie beim ersten Teil auch schon fast jede Freiheit sich den Charakter so zu gestalten wie man Ihn gerne hätte, das Aussehen, die Fähigkeiten etc.. Nach ganzen 30min. rumspielen, habe ich mich dann doch für den Standard Charakter entschieden...Hauptsache mal ausprobiert sage ich immer. Und schon im folgenden Intro wird einem sichtlich klar, das Spiel und die Videos laufen flüssiger, da hat sich Bioware wirklich gut daran getan, daran zu arbeiten. Die Zwischensequenzen sehen überragend aus, die gewohnt sehr gut aussehenden Charaktere tragen auch eine Menge dazu bei. Die Synchronisation und die Sprecher müssen sich da auch nicht verstecken und setzen in dem Bereich sogar Maßstäbe. Einen besseren Film kann man nicht spielen und in dem Bereich trumpft Mass Effect 2 einfach voll auf. Leider gibt’s auch auch hier und da mal einen kleinen ruckler aber das ist wirklich meckern auf allerhöchstem Niveau und fällt nicht allzu schwer ins Gewicht.

 

 

Shepherd ist tot, lang lebe Shepherd.

 

Schon zum Intro und ohne jegliches eingreifen eurerseits, stirbt euch der Held von der Hand weg, natürlich könnt Ihr nix dafür, ist ja schließlich nur eine Zwischensequenz. Doch was hätte das Spiel für einen Sinn ohne einen Shepherd. So beschließt die Organisation Cerberus, denen wir hier unseren Dank ausrichten wollen, unseren Helden wieder zu beleben. Mit viel Biotechnischer Hilfe gelingt es Cerberus auch unseren Helden wieder zu reanimieren. Das Cerberus uns nicht aus reiner Forschung wiederbelebt hat, erfährt man auch schon in den ersten Minuten. Die Menschheit steht wieder mal vor einer Bedrohung und Ihr, Shepherd, sollt das Übel aufhalten. Cerberus, angeführt von dem Unbekannten, sieht in unserem Helden die einzig wahre Hoffnung für die Erhaltung der menschlichen Rasse. Die Angst kommt nicht irgend woher, unsere neuen Gegner sind die Kollektoren. Die Ihr Unwesen normalerweise weit hinter dem Omega 4 Portal treiben, jetzt aber sich in unseren Sonnensystemen herumtreiben und Menschen „jagen“. Sie überfallen Menschliche Kolonien und töten oder entführen diese. Warum sie das ganze tun, erfahrt ihr dann gegen Ende des Spiels. Shepherd scheint genau der richtige Mann zu sein für diesen Job und soll die Pläne der Kollektoren kreuzen und sie aufhalten. Klingt unmöglich, is' auch so. Aber wir haben ja Shepherd, da kann nix schief gehen und der Unbekannte hat vollstes vertrauen in seinen frisch gezüchteten Shepherd. So geht es dann nach dem ersten Gespräch mit unserem Unbekannten auch schon los uns eine neue Crew zusammen zu finden, die uns der Unbekannte vorgibt.Zu unserem Glück wurde nicht nur unser Held rekonstruiert, sondern auch die Normandy nochmal nach gebaut und als Piloten sogar unser, vom erstenTeil bekannten, sympathischer Joker organisiert. Die Normandy wurde fast eins zu eins nach gebaut, mit einem wichtigen neuen Detail, Edi. Edi ist eine VI, kann reden und quasi überall im Schiff ansprechbar. Sie hilft euch bei Fragen über Räumlichkeiten der neuen Normandy und oder gibt euch Tipps wie und womit man die Normandy noch verbessern könnte. Da Edi auch vollen Zugriff auf die Normandy hat, gefällt das unserem Vorzeigepiloten Joker natürlich nicht so ganz und so geraten die beiden nicht nur einmal aneinander, also sollte man sich die Dialoge zwischen den beiden auf jeden Fall nach jeder Mission anhören, zumindest solange bis Joker den Stummschalteknopf gefunden hat.

 

 

Frühjahrsputz bei Bioware.

 

Wer denkt, das All sei unendlich, der mag hier vielleicht richtig liegen, dennoch sieht man sich immer zwei mal im Leben und so passiert es auch Shepherd, dass er auf der Suche nach seiner neuen Crew auch alte Bekannte trifft. Manche Begegnungen und die darauf folgenden Dialoge sind zwar nicht ganz so nachvollziehbar, wie die von Garrus, der sich dann auch ziemlich schnell Shepherds Crew anschließt, was ihm im ersten Teil nie in den Sinn gekommen wäre. Dennoch wirkt das Spiel dadurch auch eher als ein Nachfolger als ein komplett fremdes Spiel. Fans vom ersten Teil kommen hier also voll auf Ihre kosten und Ihr werdet so einige alte Bekannte wieder treffen, soviel steht fest.

 

So befolgt Ihr also misstrauisch den Befehlen des Unbekannten und macht euch auf dem weg euch die neue Crew zusammen zu stellen die euch helfen soll die Menschheit vor den Kollektoren zu retten. Die Missionen in Mass Effect 2 haben sich zum ersten Teil in soweit verändert, dass sie einfach viel schneller und actionlastiger geworden sind. Nicht mehr viel herum laufen, sondern mehr herum schießen. Die Missionen spielen sich zum teil leider fast immer gleich, Deckung suchen, Gegner fokussieren, Zielen, schießen. Ist mal kein Gegner da sollte man sich auf jeden Fall immer wieder mal im Level umsehen, es gibt auch bei Mass Effect einiges zu finden. Viel umsehen kann man sich im zweiten Teil auch leider nicht. Die Level und Missionen fallen sehr gradlinig aus was auch nicht wirklich negativ auffällt weil man eh meist genug mit den Gegnern zu tun hat, dennoch hätte man hier dem Spieler etwas mehr Freiheit gönnen können.

Nicht nur die Missionen haben sich zum ersten Teil verändert, Bioware hat im zweiten Teil teilweise krasse Einschnitte gemacht. Nehmen wir mal das neue Waffensystem. Im Grunde gibt es fünf Waffenklassen und zu jeder Klasse dann eine bestimmte Anzahl an verschiedenen Waffen, wobei die Anzahl wirklich sehr gering ausfällt. Waffen werden im zweiten Teil eigentlich nur einem Upgrade unterzogen, was eigentlich wirklich gut gelöst wurde. So muss man nicht immer jede Waffe mit einer neuen vergleichen und muss nicht jede Waffe aufheben die einem vor die Füße fällt. Apropos aufheben, im zweiten Teil könnt ihr getrost zu allem greifen was euch im Level so entgegen kommt, denn das Inventarsystem wurde auch komplett um geschmissen. Es gibt einfach keins mehr und das ist wirklich mal mehr als nötig gewesen. Nie war ich so viel mit einem Inventar beschäftigt wie bei Mass Effect's erstem Teil.

 

Die wichtigste Änderung in Mass Effect 2 ist jedoch die Beziehungen zu euren Crewmitgliedern. Damit Mass Effect auch als Rollenspiel durchgehen kann, muss es auch ein Rollen Spiel bieten und hier setzt Bioware voll auf das Zwischenmenschliche und man kann dazu nur eins sagen, erste Sahne. Lange ist es her das ich bei einem Spiel das Gefühl hatte, ich sei für meine Crew verantwortlich und dann kommt Bioware mit Mass Effect 2. Hier spielt man wirklich eine Rolle und die Crew reagiert auf das was Ihr entscheidet oder was nicht. Also hört euch immer wieder gut an was euch eure Crewmitglieder zu sagen haben. So kommt Ihr dann auch mal dazu eurer Crew einen gefallen zu tun ,was sich dann positiv auf deren Loyalität auswirkt und das wiederum auch positiv auf die Fähigkeiten eurer Crew. Bioware baut so mit Mass Effect 2 eine gewisse Bindung zwischen Spieler und Crew auf.

Ihr seht, Bioware hat sich die Wünsche der Community wirklich zur Brust genommen und für Mass Effect 2 das beste aus dem ersten Teil genommen und neu gutes für den zweiten Teil Entwickelt.

 

 

Gut siehst du wieder aus!

 

Das Bioware natürlich auch technisch nicht schläft, zeigen sie in Mass Effect 2 deutlich. Wie schon erwähnt, haben sie viel an der Performance gearbeitet und das mit Erfolg muss man sagen. Das Spiel und die Zwischensequenzen laufen viel flüssiger und das wirkt sich natürlich positiv auf das Spielerlebnis aus. Klar hat Mass Effect die sehr gut bis ausgezeichnet gestaltete Charaktere nur, wären da nicht die etwas nicht so schön geratenen Umgebungen in denen man sich befindet. Schaut man sich mal so ein Kalkstein vom nahen an, da kneift man dann schon mal beide Augen zu.

Soundtechnisch sucht das Spiel einfach seinesgleichen. Die Synchronisation ist wirklich Maßstab und ich würde mir wünschen, dass sich einige Entwickler da mal etwas bei Bioware ab gucken würden. Da gibt es einfach kaum etwas zu meckern.

 

 

Fazit:

Bioware zerpflückt teilweise den kompletten ersten Teil und geht ganz mutig, frisch und voller Dynamik an den zweiten Teil ran. Kein Inventar mehr vorhanden, Fertigkeitensystem mehr als überarbeitet und einfach mal mehr auf Beziehungen setzen. Zwar spielt sich Mass Effect 2 eher wie ein Action-Advanture in Third-Person-Shooter Manier als ein ausgereiftes Rollenspiel. Dennoch kriegt Bioware mit den ganzen Dialogen nochmal die Kurve und bietet einem alles was das Rollenspielherz begehrt und eben genau da bindet Mass Effect 2 den Spieler völlig an das Spiel. Sei es die Geschichte des grantigen Grunt oder die des Attentäters Thane, man fühlt sich verantwortlich für seine Crew und das Wohlergehen eben dieser. Bioware versetzt den Spieler in einen spannenden Film, nur das ich eine aktive Rolle dabei spiele. Ich bin mittlerweile davon überzeugt das Bioware es einfach völlig verstanden hat wie ein Spiel den Spieler an das Spiel bindet. In Mass Effect 2 passt einfach alles überragend zusammen und da gibt’s einfach so gut wie nix zu meckern und selbst wenn würde ich es einfach nicht tun. Ich war Fan des ersten Teils, bin überrollt worden vom zweiten Teil und kann es wirklich mittlerweile nicht mehr aushalten den dritten Teil in den Händen zu halten.

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Bewertung

Grafik
9 | 10
Sound
9 | 10
Singleplayer
10 | 10
Gameplay
9 | 10
Gesamt
92 %

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