M.U.D. TV

M.U.D. TV
M.U.D. TV
Plattform:
  • PC
Publisher:
Kalypso Media
Genre:
Simulation
USK:
12
Spieler:
Serdar
Release:
Februar 2010
Page:
http://www.mud-tv.com/
UVP:
35,50
 
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Ist die Wirtschaftssimulation M.U.D. TV besser als der Klassiker MAD TV? Unsere Review stellt euch die satirische Fernseh-Simulation M.U.D. TV (Mad Ugly Dirty Television) vom Entwickler Realmforge vor. Auf euch warten witzige Gimmicks, Funkymusik und eine ordentliche Portion Spieltiefe.

 

 

 

Bei M.U.D. TV schlüpft ihr in die Rolle eines Fernsehsenderchefs und müsst einen Sender verwalten. Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Jeden Morgen müsst ihr ins Büro, Filme vom Verleih abholen, Werbepartner arrangieren, Programmplan erstellen und vieles mehr. Ziel des Spiels ist es, möglichst viel Geld aufzutreiben. Dabei muss man sich auf Zielgruppen konzentrieren. Jeder Film, Show oder Serie ist mit Informationen gefüllt, darunter auch für welche Gruppen die Sendung geeignet ist. Diese sind mit bunten Symbolen gekennzeichnet, ob Hausfrauen, Kinder oder Jugendliche, die Auswahl ist sehr groß. Man kann also frei entscheiden, in welche Richtung der Sender sich entwickeln soll. Mit dem erwirtschafteten Geld kauft ihr neue Sendungen, erweitert euer Büro oder vergrößert den Senderadius, um mehr Quoten zu bekommen. Dabei sind kaum Grenzen gesetzt, ihr dürft machen was ihr wollt und wann ihr es wollt.

 

Jetzt könnte man die Frage aufwerfen:  „Ist das nicht ein bisschen viel für einen Chef? “ Was wäre ein Chef ohne seine willenlosen Sklaven? Ihr könnt neue Mitarbeiter einstellen, die über sechs verschiedene Attribute verfügen, wie z.B. Charisma oder Kreativität. Abhängig von diesen Werten, übernehmen die NPC-Charaktere verschiedene Rollen im Büro, ob Regisseur, Drehbuchautor, Moderator oder Schauspieler. Auch hier ist die Auswahl sehr groß.

 

Das Prinzip des Gameplays ist einigermaßen zu bewerkstelligen, wenn man das Tutorial absolviert hat. Der Spieler besitzt einen PDA bzw. Pocket PC, mit dem viele Angelegenheiten geklärt werden. Euer Drehbuchautor schreibt euch ein Skript, diesen müsst ihr per Drag & Drop Verfahren in euren PDA ziehen, die Regie und Schauspieler organisieren und anschließend im Studio drehen. Alternativ könnt ihr euch auch Sendungen kaufen, diese ins Archiv stellen und danach in das Fernsehprogramm einplanen. Die Entwickler Realmforge und Publisher Kalypso  konnten leider keine Lizenzen für die Originaltitel bekommen. Stattdessen wurden die Originalnamen der Filme in eine gewitzte Form umgewandelt, so wurde aus dem Film Dracula "Dr.Akula" oder aus der Serie Grey´s Anatomy "Grace Anamolly". Der Humor kommt auf gar keinen Fall zu knapp: Die lustigen Figuren im Spiel, mit ihren riesigen Köpfen, haben unverständliche quiekende Stimmen und ein imaginärer Werbepartner namens "Really Bad Games" hat ein ähnliches Logo wie vom Entwickler Realmforge. Zusätzlich wurde dem Spiel ein Charakter- und Filmeditor hinzugefügt. Fehlende Stars, wie George Clooney, Leonardo diCaprio, Sandra Bullock oder Angelina Jolie könnt ihr mit dem Editorprogramm erstellen und sie in das Hauptspiel integrieren. Das Erstellen der Charaktere ist sehr einfach und sehr umfangreich. Mit einfachen Reglern hat man seinen Wunschcharakter im Nu erschaffen. Das ganze Geschehen wird mit funkiger und grooviger Musik unterstützt.

 

Beim Spielen von M.U.D. TV fallen doch einige Makel auf, wie z.B. das Fehlen von Tooltips oder hin und wieder mal taucht ein Grafikbug während der Sendung auf. Teilweise gilt das Sprichwort " Probieren geht über Studieren", ihr findet mehr Informationen durch das Ausprobieren raus als durch das Lesen der Tooltips. Das Gameplay wird zwar dadurch nicht beeinflusst, jedoch werden Anfänger ihre Probleme bekommen. Das Interface ist zu unübersichtlich, der Umgang mit dem PDA teils zu aufwendig. Das hätte man weitaus besser machen können. Das Spiel ist also anfangs gewöhnungsbedürftig, aber liefert eine unglaubliche Spieltiefe und Humor.

 

Die Grafik ist im stylischen Comic-Look gehalten worden, technisch nicht gerade brisant, aber dennoch nett sie anzuschauen. Die Steuerung ist sehr vernünftig und einfach zu bedienen. Dank der Kamerafunktion ist es möglich näher ran zu zoomen oder weiter weg.

Die Wirtschaftssimulation besitzt einen Multiplayer, der über die Spieleplattform Steam spielbar ist. Bis zu acht Spieler können ihren Sender zum Sieg bringen, indem sie als erster eine bestimmte Summe an Geld oder Auszeichnungen erreichen. Dabei ist es möglich, die Gegner zu sabotieren, wie z.B. ihren Drehbuchautor zu ärgern oder ihre Aufzüge im Büro zu blockieren. Zwei Spieler können auch einen Fernsehsender übernehmen, eine Chatfunktion ist vorhanden. Der Mehrspielermodus verspricht sehr viel Spaß.


Fazit:

Mich hat das Spiel erstaunlicherweise sehr positiv überrascht. Vorerst  dachte ich: „Hmmm wieder so eine schäbige Simulation, das kann ja was werden“. Nach einigen Einsteigerschwierigkeiten hat mir das Spiel viel Spaß bereitet. Der Humor ist ganz nach meinem Geschmack und bringt sicher auch andere zum Schmunzeln. Die meisten Punkte kassiert M.U.D. TV mit der Spieltiefe, man kann soviel machen und den Sender gestalten, wie man will. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Über die paar Bugs, die auftauchen kann man hinweg sehen. Aber an den guten Klassiker M.A.D. TV von 1991 kommt es leider nicht ran, dafür verspricht es zu wenig Spielzeit, indem man auch wirklich Spaß hat.

 

 

 

 

 

M.U.D. TV

Bewertung

Grafik
4 | 10
Sound
8 | 10
Singleplayer
7 | 10
Multiplayer
8 | 10
Gameplay
7 | 10
Gesamt
68 %

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