Einstieg
Fans der Serie werden sich direkt zu Beginn des Spiels wundern, wenn sie den Namen Tom Paxton zum ersten Mal hören, denn dieser Charakter wurde eigens fürs Spiel entwickelt, und ist in der TV-Serie noch nicht in Erscheinung getreten. Dieser Kniff war nötig, um Fans nicht zu langweilen, indem sie bereits aus der Serie bekannte Ereignisse nacherleben, und bietet die Chance, die Geschichte um Michael Scofield und Co aus einer neuen, zweiten Perspektive zu erzählen. Dabei bleiben aber leider viele Details unerklärt, und als Nichtkenner der Charaktere wirkt Vieles unzusammenhängend und konstruiert. Der Fokus liegt also auf den Fans der Serie, die schon genügend Hintergrundwissen haben, und sich somit einige Zusammenhänge leichter erschließen können. Vielleicht schafft man es dann auch die eher magere Grafik, die mit etwas arg detailarmen Texturen und vor allem in Außenbereichen lieblos gestalteten Geländen daher kommt, zu verschmerzen.
Gameplay
Die Steuerung ist recht einfach gehalten, was aber vor allem in Kämpfen dazu führt, dass man recht unpräzise agiert. So ist fast jeder Kampf im Spiel durch Buttonsmashing zu gewinnen, indem man schnelle Schläge aneinander reiht. Die harten Schläge kommen dafür so gut wie nie beim Gegner an. Das Kontern von Angriffen kommt ähnlich behäbig daher. Andere Arten von Waffen, außer den eigenen Fäusten, sucht man im Spiel vergeblich. Die Schleichsequenzen sind eher simpel gehalten, durch immer gleiche Bewegungsabläufe und Routen der Wachen klappt fast alles spätestens beim zweiten Versuch. Auch die Quick-Button-Events wiederholen sich stets, und sind so recht leicht zu knacken. Etwas Abwechslung hätte hier sicher nicht geschadet. Die Minigames, in Form von etwa Sandsackschlagen, Türknacken und Schrauben aus Halterungen drehen, laufen stets recht monoton ab, schaffen es aber, einige Spannungsmomente aufzubauen. Etwa wenn sich der Bildschirm teilt, und man parallel zum Einbruch in die Gefängnisapotheke den sich nähernden Wärter beobachten kann. Hier gilt es dann, eine funktionierende Mischung aus Geschwindigkeit und Geräuschpegel zu finden, damit man vor der Ankunft des Wärters durch die Tür schlüpfen kann, ohne dabei mit lautstarkem Poltern auf sich aufmerksam zu machen.
Story
Die Handlung aus Sicht des Undercoveragenten zu erzählen, gehört sicherlich zu den positiven Aspekten des Spiels. So blieb die Freiheit, auch mal vom Erzählstrang der Serie abzuweichen, und andere Geschichten zu erzählen. Davon wird aber zu wenig Gebrauch gemacht. Ein Großteil der Zeit verbringt man mit dem Erledigen von Gefallen, was dann wiederum dazu führt, dass die Handlung in einer Zwischensequenz fortgeführt wird. Da wäre mehr drin gewesen. Die Storyline um die "Company" für die Tom Paxton arbeitet, ist auch die spannendste. Im Gefängnis selbst werden Überleitungen aus der Serie einfach weggelassen, ein Aufruhr im Gefängnis garnicht erst begründet. Hier ist die Nähe zur Serie definitiv ein Manko, und der Balanceakt zwischen wenig Wiederholungen und Informationen für Nichtkenner einfach nicht gelungen. Fans der Serie dürfte freuen, dass einige Charaktermodelle recht gut getroffen sind und man sofort erkennt, welcher Person man gerade gegenübersteht. Das zählt zusammen mit den Zwischensequenzen zu den Stärken des Spiels, das bereits jetzt beim Händler eures Vertrauens zu haben ist.
Fazit
Als völliger Prison Break Neuling fiel es mir anfangs recht schwer, mich in die Story einzufinden. Die nicht zeitgemäße Grafik, mittelmäßiger Sound, und Schwächen in der Spielmechanik machen einem den Einstieg in das Prison Break Setting nicht gerade leichter. Nach einiger Zeit will man dann aber doch wissen, wie die Story zu Ende geht, und die Highlights liegen dann sicherlich auf den Indoor Missionen in spärlich beleuchtetem Ambiente. Hier macht das Spiel dann teilweise tatsächlich kurz eine gute Figur.